In den letzten Tagen vor den Weihnachtsferien haben es etliche Freunde für nötig befunden, mir (übrigens bevorzugt per Mail oder Messenger) mitzuteilen, dass sie zwischen den Jahren nicht erreichbar seien, da sie Smartphone und Co ausschalten würden, um Zeit für sich und die Familie zu haben.

Ironischerweise bekam ich auch Tweets dieses Inhalts in die Timeline meiner Filterblase gespült, den ersten sogar schon am 10. Dezember!

Ich verstehe das Konzept dieser digitalen Auszeit nicht. Da werden die Vorreiter des Digitalen nicht müde zu betonen, dass der Umgang mit den digitalen Werkzeugen doch inzwischen zum Alltag gehöre und sie eben nur das seien: Werkzeuge zur Erleichterung des Lernens und Lebens.

Aber meine Küchenmaschine oder den Toaster sperre ich über Weihnachten doch auch nicht weg.

Verrät dieses „Digital Detox“ nicht insgeheim, dass Twitter, Facebook oder Whatsapp eben doch mehr sind als ein nur hin und wieder zu bestimmten Zwecken genutztes Werkzeug?

Warum überhaupt diese Abgrenzung von „Zeit mit dem Smartphone“ und „Zeit mit der Familie“? Lisa Rosas Scherz eines „Physical Detox“ bringt das Merkwürdige an dieser künstlichen Trennung passend zum Ausdruck, wie ich finde:

Wenn Smartphones und soziale Medien zu unserem Alltag gehören wie Toaster oder Fahrrad, dann nutze ich sie, wenn es passt und hilft (übrigens ja auch für die Kommunikation mit und innerhalb der Familie) und nutze sie halt nicht, wenn meine Aufmerksamkeit gerade einem persönlichen Gespräch oder gemeinsamen Spiel gehört.

Ich muss weder meine Familie vernachlässigen, um zu twittern oder zu bloggen, noch umgekehrt mein Smartphone verbannen, um für meine Lieben da sein zu können.