Während in Bayern die Ferien gerade beginnen, läuten bei uns die Präsenztage des Kollegiums am Montag das Ende der Ferien ein.

Zeit für ein paar gute Vorsätze zum neuen Schuljahr (die von Silvester sind schon vergessen).

Zum ersten Mal werde ich keine eigene Klasse haben, und obwohl ich vermute, dass mir das im Laufe des Jahres noch fehlen wird (ist die eigene Klasse doch immer ein Stück „Heimat“ auf der Wanderung zwischen den Lerngruppen), bin ich momentan hauptsächlich erleichtert.
Denn zuerst einmal gewinne ich dadurch gerade in den ersten Schultagen Zeit, womit ich beim ersten Vorsatz angelangt bin:

Aufgaben ruhiger angehen

Während ich im letzten Jahr allzu oft durch den Schultag gehetzt bin und manchmal erst nach der 7. Stunde zum Durchatmen (und meinem Pausenbrot) gekommen bin, möchte ich in diesem Jahr einen Schritt langsamer gehen. Auch wenn das bedeutet, dass der Eine oder Andere etwas länger auf die Bearbeitung eines Anliegens warten muss, aber dafür wirke ich vielleicht etwas weniger gehetzt und manches wird sicher gründlicher erledigt.

Ob alle Kollegen immer verstehen werden, dass ich nun nicht mehr immer sofort ansprechbar sein werde, wird sich zeigen. Aber ich mag mich nicht mehr darüber ärgern, dass einige ihren Kam im Verlauf des Vormittags bei mir abladen, um dann pünktlich heim zu gehen, während ich mich dann um die Sache kümmern darf. Wenn es wichtig genug ist, ist es auch nach 13:15 Uhr noch wichtig.

Mittagspausen machen

Und hier liegt die Betonung auf „Pause“.
Ich habe mir fest vorgenommen, meine eigenen Besprechungen erst um 14:00 Uhr anzusetzen, damit ich eine echte Pause gewinne, nicht bloß die gehetzten 20 Minuten, die übrig bleiben zwischen dem Verlassen des Klassenraumes, kurzen Absprachen auf dem Flur, einem schnellen Gang zur Toilette und dem nächsten Termin.

Mein Ziel: eine Dreiviertelstunde echte Pause. Gerne in Gesellschaft netter Kollegen, aber ohne Arbeitsgespräche oder „Darf ich mal kurz stören?“.

Loslassen und abgrenzen

Nicht für alles bin ich zuständig, nicht für alles verantwortlich.
Nicht für alles bin ich zuständig, nicht für alles verantwortlich.
Nicht für alles…

Das Schlimme ist, dass die Kollegen, die sich bei mir über unerledigte Dinge in unserer Schule beklagen, vermutlich a) gar keine wirkliche Beschwerde äußern und b) gar nicht immer mich meinen.
Ich habe mir den Schuh aber oft genug angezogen. Selbst schuld.

Im kommenden Schuljahr möchte ich Kollegen dann auch mal freundlich dorthin schicken, wo die Verantwortung liegt, oder sie selber in die Verantwortung nehmen. Auf die Phrase „Jemand müsste mal“ einmal öfter fragen, wer denn „jemand“ ist. Ich möchte jedenfalls etwas seltener jemand sein.

Nicht ärgern

Okay, zumindest weniger.
Viele Dinge im Bildungswesen, der Schuladministration, dem Schulträger und einem großen Kollegium sind nun mal wie sie sind. Nicht alles kann man ändern und über das Wetter ärgere ich mich aus dem gleichen Grund ja auch nicht

Mithin also das wichtigste Ziel: Gelassenheit.

Denn eines bleibt noch:

Die Freude an der Arbeit bewahren

Ich habe nämlich den besten Job mit spannenden Aufgaben; ich arbeite an einer guten und immer besser werdenden Schule, habe ein tolles Kollegium, das es trotz der ganz normalen kleinen Ärgernisse so nicht an jeder Schule gibt und gehe jeden Tag gerne in meine Klassen.

Was will man mehr?