IT-Frust und IT-Lust

In der letzten Woche habe ich gefühlt den Halbjahresvorrat an Entlastungsstunden für die Aufgabe des IT-Beauftragten verbraucht, ohne auch nur das Geringste zu erreichen.
Wenn man könnte, wie man wollte, es ließe sich so viel Zeit und Ärger sparen!

Aber leider dürfen wir als Schule ohne Zustimmung des Schulträgers nur Kleinkram bis 150 Euro und Beamer (warum ausgerechnet Beamer?) selber anschaffen. Drucker und Laptops müssen über einen externen Dienstleister beschafft werden, und auch Wartungsarbeiten am Verwaltungs- oder Schülernetz werden von dort vorgenommen.

Dafür schreibe ich dann eine Mail mit dem Problem und ziehe damit automatisch ein Ticket, von dem ich nie wieder etwas höre, bis es irgendwann als geschlossen gemeldet wird und ich diesen Umstand wiederum per Mail bestätigen soll.

In der von Mails und Tickets unbeeindruckten Realität warten Kollegen, Schüler und ich noch immer auf einen im August (!) bestellten Drucker für den Computerraum, und die Kolleginnen im Biologieraum hoffen seit sechs Wochen auf den Austausch ihres Beamers, der vor lauter Pixelfehlern kein erkennbares Bild mehr zeigt.

Zu den Ticket-Mails kommen jetzt noch meine Beschwerde-Mails an den Schulträger. Ausgedruckt würde der ganze Mailverkehr mehr als einen Ordner füllen, nutzen tut es fast gar nichts.

Außenstehenden in privatwirtschaftlichen Unternehmen kann man so etwas nicht erklären.

Gefreut habe ich mich in dieser Woche aber auch: Ich habe nämlich mit agantty.com ein Cloud-basiertes Projektmanagement-Tool gefunden, das (fast) alle meine Wünsche erfüllt.
Bisher habe ich immer mit auf dem Rechner installierter Software gearbeitet und konnte Projekte nur mühsam mit Mitbearbeitern teilen oder gar öffentlich einsehbar machen.

Jetzt habe ich mich an die Aufgabe gemacht, die Entwicklungsziele unseres Schulprogramms nach agantty.com zu übertragen und kann so dem Kollegium jederzeit den „Fahrplan“ unserer Schulentwicklung zugänglich machen.

Ich fürchte mich nur ein klein wenig vor dem Damokles-Schwert solcher Cloud-basierten Tools. Machen sie dicht, sind die Daten weg…

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  1. Moritz

    Was sind die Vorzüge von agantty.com im Gegensatz zu Trello? Der deutsche Server-Standort?

    • Arne.Paulsen

      Nein, der deutsche Server-Standort ist zwar erfreulich, wäre für mich aber nicht ausschlaggebend. Außer den Kollegen, die damit einverstanden sind, als Mitglieder angelegt zu werden, speichere ich dort nichts personenbezogenes.
      Der Vorteil ist aus meiner Sicht, dass Gantt-Diagramme die Zeitachse der Projekte besser abbilden. Auf genau diesen Überblick kommt es mir z.B. bei schulischen Entwicklungszielen an.
      Trello ist ja eher eine Kanban-Wand. Kanban nutze ich im Büro für eine reine Aufgaben-Übersicht, aber dann halt ohne zeitlichen Verlauf.
      Ist aber letztlich eine Frage der Vorlieben: Ich kenne auch Leute, die Projektmanagement mit Trello betreiben und zufrieden sind. (Bei größeren Projekten mit vielen Aufgaben wird Agantty auch irgendwann unübersichtlich, dann muss man zerstückeln.)

      • Moritz

        Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Ich bin momentan noch in der Orientierungsphase beim Thema digitale Projektplanung, sehr hilfreiche Anregung!

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