In diesem Jahr habe ich an verschiedenen Stellen versucht, neue Medien im Unterricht gewinnbringend einzusetzen.
Eine Menge Ideen verdanke ich dabei Tobias Raue und Maik Riecken, manches aber passte dann doch nicht zu meinen Lerngruppen oder in meinen Zeitplan.

Kurz vor den Sommerferien ist es Zeit, Bilanz zu ziehen.

Schreiben mit Blogs

Das aus meiner Sicht erfolgreichste Experiment war der Einsatz eines Blogs im Deutschunterricht.
Auch diese Idee ist geklaut, das macht sie aber ja nicht schlechter.
Die Schüler haben nicht nur in der ersten Einheit zur schriftlichen Erörterung erfolgreich mit dem Deutschblog gearbeitet, viele haben mich sogar bei späteren Schreibaufträgen ähnlicher Art gefragt, ob sie dies nicht auch im Blog tun könnten. Nur aufgrund der ständigen technischen Schwierigkeiten mit dem Computerraum sind wir dann doch davon abgekommen und haben normale Textverarbeitungs-Programme genutzt.

Fazit aber hier ganz klar: Das möchte ich im kommenden Jahr (dann mit zwei 10. Deutschklassen) ausweiten!

StarQuiz

Schon seit einiger Zeit schreibe ich einen Teil meiner Klassenarbeiten mit StarQuiz. Für Politik und Wirtschaft geht das ziemlich gut, bei Aufsätzen natürlich eher weniger gar nicht.
Das Schöne ist, dass der Anteil an Aufgaben mit Einwort-Antworten oder zum Ankreuzen schon mehr oder weniger bewertet ist, wenn die Schüler auf „Fertig“ klicken.
Durchzusehen sind dann noch die kleinen Texte zu Karikaturen oder Zitaten. Hier lassen sich dann sogar Randbemerkungen (als Notiz) einfügen.
Im Ergebnis bedeutet das, dass ich meist schon am gleichen Abend die Ergebnisse der Arbeit ins Internet stellen kann. Und da StarQuiz Schülerlisten mit Passwortschutz importieren kann, hat jeder Schüler seinen eigenen Zugang zu seiner Arbeit.

Fazit hier auch ganz eindeutug: StarQuiz werde ich weiterhin nutzen.

StudyStack

Mit diesem Tool lassen sich auf einfach Weise Lernkarteikarten herstellen.
Ich lasse häufig Karteikarten am Ende einer Einheit von Schülern in Gruppenarbeit als Zusammenfassung erstellen und entwickle dann meine Arbeit auf dieser Grundlage. So haben die Schüler die Inhalte der schriftlichen Arbeit zu großen Teilen selbst in der Hand – in mehrfacher Hinsicht. 😉
Mit StudyStack kann ich diese Gruppenarbeit online verfolgen und sogar noch korrigierend eingreifen, bevor die Karten online einsehbar sind.
Und da das Tool kostenlos ist, können es die Schüler sogar für private Zwecke nutzen, ganz ohne irgendwelche Daten preisgeben zu müssen.

Fazit: Eine tolle Sache, die ich bestimmt noch regelmäßiger einsetzen werde.

QuickKey

Schade! Auf diese App hatte ich mich besonders gefreut. Gern hätte ich mal kleine Diagnose-Tests zwischendurch geschrieben und ratzfatz korrigiert. Aber leider dauerte das Einscannen der Testbögen mit Smartphone und Tablet länger als die manuelle Korrektur. Fehlerhaft war sie außerdem noch, und ich habe keine Lust, der Technik, die mir eigentlich das Leben erleichtern soll, kontrollierend hinterherzulaufen.

Fazit: 🙁

Erklärvideos

Auch das wäre schön gewesen: Kurze Erklärvideos wie z.B. bei Explainity selbst erstellen. Diese App ist bei mir nie über das Versuchs-Stadium hinausgekommen. Nachdem bei 8 von 10 Versuchen das Plugin wegen zu schlechter Bandbreite nicht geladen wurde, habe ich mir unseren Computerraum vor Augen geführt und es ganz schnell wieder sein lassen.

Fazit: Vielleicht ein andermal…

Ausblick

Im nächsten Jahr möchte ich meine Versuche kollaborativen Schreibens mit GoogleDocs ausweiten. Wollte ich eigentlich nie machen, „lieber ein eigenes Etherpad“, aber es ist so wunderbar einfach…
Und während ein NiBiS-Etherpad mal fast die gesamte Diskussion am Rande einer Fortbildung verschluckt und nie wieder ausgespuckt hat, läuft GoogleDocs inzwischen wirklich stabil und lässt echtes gleichzeitiges Bearbeiten zu. Ich muss mir nur mal Gedanken über die erforderlichen Fake-Accounts machen, damit die Schüler keine eigenen anlegen müssen.

Aber dazu habe ich ja jetzt ein paar Wochen Zeit…

 

*Die endgültige Abrechnung erfolgt dann in 24 Jahren.