Die österreichische Kriegsreporterin Petra Ramsauer, die in den letzten Jahren als eine der wenigen noch nach Syrien reisen durfte, berichtet in ihrem Buch über die Anfänge des inzwischen sechs Jahre andauernden Syrienkonflikts, der von einem jugendlichen Protest-Graffiti über einen Bürgeraufstand zu einem die Weltgemeinschaft zerrüttenden Krieg wurde.

Was dieser Krieg für die Menschen in Syrien bedeutet, weiß die Autorin aus zahlreichen Gesprächen mit direkt Beteiligten. Und so lässt sie in ihrem Buch Mütter und Väter, Ärzte, dschihadistische Extremisten, Regimekämpfer, Opfer und Täter zu Wort kommen. Dabei bleibt Petra Ramsauer immer unparteiisch und objektiv, dennoch bleibt ihr Buch mit jeder Zeile ein Aufruf, die Menschlichkeit in diesem Krieg nicht ganz zu verlieren.

Um Ramsauers Buch lesen zu können, ist kein Geschichts- oder Politikstudium erforderlich, Fakten und Hintergründe werden gut verständlich dargestellt – leicht zu lesen ist es aber trotzdem nicht, denn das Bild, das sich ergibt, ist kaum zu ertragen und lässt wenig Hoffnung für ein irgendwann friedliches Syrien.

„Meine Wunden sind offen. Nichts ist heil. Wir mussten zusehen, wie die Köpfe unserer Leute rollten.“

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Petra Ramsauer: Siegen heisst, den Tag überleben. Nahaufnahmen aus Syrien
Hardcover, 207 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau
€ 22,50
ISBN: 978-3-218-01060-3