Als IT-Fuzzi meiner Schule betreue ich auch das Zeugnisprogramm und begleite alle Konferenzen, da wir die Schüler-Übersichten direkt aus dem Programm heraus an die Wand werfen.
Manche Kollegen bemitleiden mich, auf 22 Konferenzen sitzen zu müssen, andere denken vermutlich: „Hat der Idiot doch selber Schuld, wenn er meint, das machen zu müssen!“

Da aber ziemlich weit oben im Aufgabenkatalog meiner Stelle etwas von „Qualitätssicherung“ und „Qualitätsentwicklung“ steht, sitze ich nicht nur als IT-Fuzzi oder aus Vergnügen dort.
Für mich ist dies eine hoch spannende Zeit, in der ich vieles über die Klassenlehrkräfte und ihren Blick auf die Schüler erfahre.
Ich erlebe, wie viel Herzblut die Kolleginnen und Kollegen in ihre Klassenleitungen stecken; wie sehr sie sich mit ihren Schülern über Erfolge freuen und wie traurig sie sind, wenn Schulkarrieren wegen mangelhafter Leistungen ins Stocken geraten.
Ich sehe auch, wo mit der Notengebung leichtfertiger umgegangen wird, und wo es noch Unsicherheiten über Fördermöglichkeiten oder Abschluss- und Versetzungsregelungen gibt.

Zu diesem Halbjahr waren nahezu alle (im Januar bei uns halbstündigen) Konferenzen von den Kollegen hervorragend vorbereitet und durchgeführt. Immer stärker wächst der Eindruck, dass die Kollegen ihre Lerngruppen gut im Blick und mehr als zwei Augen auf den zu Fördernden und auf ihren „Pappenheimern“ haben.
Wenn als größter Makel fehlendes Gendering (Mitschülerinnen und Mitschüler“) in den Bemerkungen übrig bleibt, dann gibt es wirklich nichts zu beklagen!1

Was auffällt, ist die immer unübersichtlicher gewordene Abschluss-Regelung an Oberschulen. Aus den Halbjahreszeugnissen der Zehntklässler absehen zu können, welcher Abschluss möglich und welcher gefährdet ist, ist anhand von Zeugnisnoten fast unmöglich. Zu fragil ist das Netz aus erforderlichen E- und G-Kursen mit ihren Minimalzensuren plus den verlangten Nebenfach-Noten unter gleichzeitiger Berücksichtigung aller besonderen nicht ausgleichbaren und besonderen aber trotzdem ausgleichbaren Anforderungen. Um hier Fehler zu vermeiden, sind sicher pädagogische Dienstbesprechungen rechtzeitig vor den Abschlüssen erforderlich.

Am Ende der Woche wäre es dann beinahe schiefgegangen: Ich habe mich irgendwo angesteckt und mit Husten und Gliederschmerzen im Bett gelegen. Zur letzten Konferenz habe ich mich dann noch hinschleppen müssen, weil der IT-Fuzzi eben doch ein Idiot ist. Zum Sommer muss ich dringend jemanden in das Programm einweisen, damit nicht am Ende gerade ich wegen falschen Herrschaftswissens hervorragende Konferenzen gefährde.

Der Freitag war dann zwangsweise Ruhetag…

  1. Und ja, ich weiß, dass ich hier nur von „Kollegen“ und „Schülern“ schreibe. Ich bin aber auch keine Behörde.