Arne Ulbricht schreibt im SPIEGEL, dass er Referate mit Karteikarten einer PowerPoint-Präsentation vorzieht.

Leider ist seine Argumentation nicht immer schlüssig.
Dass ein Vortragender, der ohne Bilder mehr erklären muss, die freie Rede schult, ist nicht zwingend logisch – ein schlechter Referent wird dadurch nämlich nicht automatisch gut, sondern schlimmstenfalls nur noch weitschweifiger und langweiliger.

Und dass aktives Zuhören besser gelernt wird, wenn ein guter Referent vorträgt, steht in keinem zwingenden Zusammenhang mit PowerPoint, bloß mit guten oder schlechten Referenten.

Am faszinierendsten ist jedoch, dass der Autor vollkommen übersieht, dass eine Synthese möglich ist: Eine gute gemachte PowerPoint-Präsentation erfordert nämlich (zumindest aus meiner Sicht) zwangsläufig auch Karteikarten oder andere Notizen für den Vortragenden. Dann liefern Bilder und Stichworte der Präsentation nämlich nur den Rahmen für den vorgetragenen Inhalt.
Und auf diese Weise erreiche ich durch häufigeres Üben dieser Kunst irgendwann, dass die Schüler sowohl mit einer Technik vertraut werden, die viele von ihnen nun mal später beherrschen müssen, als auch frei vortragen können.

Wenn wir PowerPoint weglassen, weil die Schüler es nicht beherrschen, was sieht es dann mit Lesen, Schreiben und Rechnen aus…?

 

PS: PowerPoint steht hier als Synonym für Folien-basierte Präsentationen und meint damit auch OpenSource-Software wie beispielsweise Impress.

PPS: Irgendwann möchte ich mit einem 10.-Klass-Kurs mal nur mit Prezi oder SlideRocket arbeiten. Aber damit kommen dann doch die wenigsten im späteren Berufsleben in Berührung und noch stört mich auch, dass alle Inhalte in der Cloud öffentlich sind, wenn ich nicht die teure Premium-Version bezahlen möchte.