Ein kleines Büchlein mit Geschichten aus einer Kindheit kurz vor der meinen, die fremder und gleichzeitig ähnlicher nicht sein könnte.

Die Kindheitserinnerungen von Matthias Brandt, ob nun wirklich biografisch oder nur literarisch, wecken eigene Erinnerungen an Kassettenrekorder, Bonanza-Räder, Fürst-Pückler-Eis zum Nachtisch und samstägliche Fernsehabende mit der Familie bei Weingummi und Salzgebäck aus kleinen Schälchen.

Später Geborene werden die leise Wehmut an eine in der Erinnerung meist heile Welt bürgerlicher Spießigkeit, die einen beim Lesen überkommt, wohl nicht nachempfinden können, aber Kinder der Siebziger und Achtziger finden vermutlich vieles aus dem eigenen Leben wieder – nicht an der Oberfläche der Geschichten aus dem Haushalt des Politikers Willy Brandt, aber in den Zwischentönen dieser unaufgeregt und ruhig erzählten Momentaufnahmen einer deutschen Kindheit.