PLN mit Schülern entwickeln

Seit langem schon empfinde ich das altbekannte Korsett schulischen Lernens als zu eng und unserer Zeit nicht mehr angemessen. Es funktioniert ja auch nicht wirklich, wie sich in vielen Situationen, die Transfer und eigene Gedanken erfordern, immer wieder zeigt.

Nachdem ich den Rahmen möglicher Freiheiten in den schriftlichen Arbeiten so ziemlich ausgereizt habe1, möchte ich jetzt ans Lernen selber gehen.

Mit den nächsten Zehnten würde ich gerne ein persönliches Lernnetzwerk (PLN)2 entwickeln. Als Lehrer an einer Oberschule und in Zeiten von DSGVO und Co werde ich meine Lerngruppen nicht verpflichten, aber alle herzlich dazu einladen.

Ich glaube, es ist an der Zeit, ihnen einen Einblick in Projektmanagement, Kollaborations-Tools, Lern-Notizen etc. zu ermöglichen. Hinsichtlich der Anwendungen habe ich mich zu

  • Trello (Projekt- und Zeitmanagement),
  • Evernote (Erstellen und Teilen von Notizen),
  • Twitter (Inspiration und Netzwerken),
  • Wunderlist (To-do-Liste) und
  • schul.cloud (Messenger)

entschieden. Im Prinzip sollte das Tool ja auch egal sein, mit diesen kenne ich mich halt aus. Es geht ja auch nur um das, was diese und ähnliche Apps ermöglichen.

Der Plan ist nun, die PLN-Gruppe (ein zündenderer Name will mir nicht einfallen) zuerst in diese Tools einzuweisen, danach stelle ich mir vor, mit ihnen gemeinsam ein unseren Unterricht begleitendes Netzwerk aufzubauen, dass jeder Teilnehmer mit der Zeit für sich anpasst und gestaltet.
Am Ende haben sie hoffentlich den Grundstock für ein PLN, das sie auf den weiterführenden Schulen und im Berufsleben gewinnbringend nutzen können.

Ein paar Fragen bleiben noch offen:

Wie halte ich es mit dem Duzen? In den Social-Media-Netzwerken ist das Du üblich, im Umgang mit Schülern halte ich eigentlich gar nichts davon.

Will ich zu viel? Sollte ich mich auf auf vielleicht Trello beschränken? Aber in meinem Alltag macht es erst das Zusammenspiel der verschiedenen Tools.

Gebe ich mein Evernote-Notizbuch mit meinen Unterrichtsplanungen auch für die Schüler frei? Wäre nur fair, scheint mir.

Aber diese Fragen klären sich noch – zur Not im Verlauf des Projekts.
Und selbst wenn dieses Experiment scheitern sollte, haben die Schüler ja nur etwas gewonnen und nichts verloren.

 

  1. Ich entwickle gerne die Fragen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern oder erlaube die Verwendung allen Materials, um einer realitätsnahen Kompetenzüberprüfung näher zu kommen.
  2. Siehe den Vortrag von Lisa Rosa auf der letzten re:publica

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Eine heiße Woche

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Kurz vor Schluss …

  1. Ines Bieler

    Ich finde die Idee sehr gut, und ambitioniert. Ich sehe aber auch (abhängig von meiner Erfahrung) folgende Schwierigkeiten:
    1. Hast du alle Klassen selbst im Unterricht? (Habe selbst kaum parallel, also wäre das klassenübergreifend schwierig – finde aber gerade diesen Aspekt entscheidend)
    2. Kooperierst du mit K*K? (Vorbildfunktion😉)
    3. Unterrichtsbegleitend setzt sich durch, wenn es sich bewährt hat. Würde deshalb mit einem bestimmten Ziel /Projekt starten. Lässt sich auch gut/besser auswerten, um Vor- und Nachteile bewusst zu machen.
    4. Zeitfaktor – gibt es Unterrichtszeit zur freien Verfügung, um an/mit/für das PLN zu arbeiten?

    Das ist nur das, was mir spontan einfällt. Bin gespannt, wie du es gestaltest und wie es läuft!

    • Arne.Paulsen

      Kurz vor Anpfiff halte ich’s mal kurz:
      1. Ja, ich habe ein Hauptfach und ein Nebenfach, also mind. 6 Stunden in jeder Klasse.
      2. Ja, ich teile allen meinen Unterricht, in den Zehnten unterrichten wir sogar im Teamteaching.
      3. Guter Hinweis, muss ich noch weiter bedenken.
      4. Haha!
      Aber die Zeit obenauf investiere ich gerne, wenn es etwas wird, sprich: SuS mitmachen.

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