Auch wenn die jugendlich-brennende Begeisterung des siebzehnjährigen Ichs für Rainer Maria Rilke längst nur Erinnerung ist, fällt mir (neben dem in der Schule eingepaukten „Panther“) jedes Jahr um diese Zeit das Gedicht „Herbsttag“ wieder ein, und ich kann es noch immer hersagen.

Die Betonung aber ändert sich zuweilen. „Wer jetzt kein Haus hat, muss auch keine Blätter harken“, flucht der Garten-Zwangsarbeiter. Und ist dann doch froh, nach vollbrachtem Werk am Abend nicht allein zu sein und beim Spaziergang durch die Alleen liebende Begleitung zu haben.

Der Herbst vertieft die Hassliebe zu Baum und Strauch, die nun so hübsch aussehen wie nie, und dann ist zum Betrachten keine Zeit, weil geharkt, gefegt und geschnitten werden muss, solange das Wetter noch mitspielen mag.

Warum mich dieses Rilke-Gedicht heute noch so berührt, weiß ich gar nicht, aber ich gehöre auch zu den Leuten, die rasend Fernweh bekommen, wenn nachts bei offenem Fenster die Landstraße oder Züge zu hören sind. Ist eben so.

Ansonsten enden morgen die Ferien; erholt habe ich mich nicht besonders und hoffe, die Winter-Etappe gut zu überstehen. An meiner Schule bahnen sich größere Veränderungen an, die ich noch gar nicht abschätzen kann, geschweige denn schon eine fertige Meinung dazu habe. Abwarten und zusehen geht aber auch nicht, da ich den Prozess qua Amt begleiten muss und will.

Spannend bleibt’s also und eigentlich ist das schön. Gemütlich werden kann es später noch.